Schulhund Bjarki

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Seit Sommer 2009 sind Bjarki und ich wieder im Stadtgebiet Kassel.

Seit Sommer 2008 sind wir beide nun an der Grundschule Königstor in Kassel gelandet, wo Bjarki seit den Sommerferien 2009 als Schulhund weiter arbeitet. Seit 2010 unterstützt uns Quenny und seit Sommer 2011 auch unsere neue Azubi Éowyn!

Vorgeschichte:

Im Spätsommer 2006 verstarb unser zehnjähriger Asco, der mich bis dahin in der Schule in Einzel- und Gruppensituationen unterstützt hat. Bereits seit einem Jahr wollten wir einen zweiten Hund, idealerweise einen Junghund, der durch den Althund das Schulleben erfahren kann.

Wir haben immer wieder nach einem passenden Welpen Ausschau gehalten, sowohl in den Tierheimen, als auch in verschiedenen Notvermittlungsstellen heimatlos gewordener (junger) Hunde.

Leider ging dann die Krankheit von Asco so schnell, dass wir uns entschlossen, keinen Zweithund aufzunehmen um Asco in den letzten Wochen keinem Stress auszusetzen. Die Trauer nach seinem Tod war sowohl in der Schulgemeinde bei den Kindern als auch bei uns sehr groß.

Per Zufall erfuhren wir dann, dass gar nicht so weit von uns entfernt ein junger Berner Sennenhund (damals 15 Wochen) ein neues Zuhause sucht, der für den Beruf des Schulhundes geeignet zu sein schien. Nach mehreren Gesprächen mit dem Züchter und einem persönlichem Besuch (wo wir auch Fragen über seine evtl. Eignung als zukünftigen Schulhund besprachen) und Kennen lernen des Hundes, entschlossen wir uns für den Kleinen.

Bjarkis Charakter

  • freundliches menschenbezogenes und ausgeglichenes Wesen
  • weder zurückhaltend noch draufgängerisch bei Fremden
  • wenig bellfreudig
  • kinderliebend und kuschelverrückt
  • Verhalten in unbekannten Situation ist nicht unsicher oder erhöht aufmerksam sondern sehr gelassen (das haben wir bei unserem ersten Treffen in verschiedenen Situationen geprüft)


Ausbildung

Bjarki besucht nach der Welpengruppe nun die Junghundegruppe. Zusätzlich nehmen wir Einzeltrainerstunden bei einer Feltmann – Trainerin, die große Erfahrung im bereich der Körpersprache beim Hund und Mensch hat. Er soll im nächsten Jahr erst einmal eine Ausbildung als Familien– und Verkehrsbegleithund absolvieren. Danach entscheiden wir dann über die weitere Ausbildung.

Während meines Erziehungsurlaubes von 2007 bis 2008 haben wir beide unsere Ausbildung vervollständigt.

Bjarki wird im Unterricht als "Lesehund" nach dem Vorbild der READ - Dogs eingesetzt. Sein zweiter Schwerpunkt ist das Konzentrationstraining mit Kindern.


Neben Bjarki sind mittlerweile noch Quendur, ebenfalls eine Berner Sennenrüde, und als "Azubi" Éowyn, eine Bernerdame aktiv am Schulgeschehen beteiligt.

So herrscht also bei uns am Königstor 2-3x in der Woche, im Stundeplan festgelegt, "Bjarki - oder Quendur- oder Éowyn - Stunde".

Die erste Zeit und Rahmenbedingungen für einen Junghund

Bjarki kam mit 15,5 Wochen zu uns, am ersten Tag der zweiwöchigen Herbstferien. In seinem bisherigen Zuhause hatte die Züchterfamilie ihn bereits auf seinen zukünftigen Beruf vorbereitet und ihn mit Kindern unterschiedlichen Alters, Erwachsenen und auch behinderten Menschen zusammengebracht. In der ersten Woche fand das Eingewöhnen bei uns statt. In der zweiten (Ferien-)woche lernte Bjarki die Schule kennen: morgens zur gewohnten Zeit fuhr ich mit ihm in die (leere) Schule und erledigte dort meine Vorbereitungen für die Zeit bis Weihnachten. Im Schulgebäude und auf dem Schulhof habe ich mit ihm gespielt und ihn gefüttert, so dass er das Gebäude positiv verknüpfen konnte. Im Klassenraum hat sich wenig verändert, auch Asco besaß seinen Ruheplatz neben meinem Lehrertisch, der für die Kinder nicht zugänglich und nach drei Seiten komplett abgeschlossen war. Er lernte dort auch in einer ruhigen Atmosphäre die Kollegen kennen sowie seinen Ruheplatz in der Klasse. Bjarki besitzt ein T-Camp – Zelt, das er gut annimmt und das ihm bei Bedarf eine komplett geschützte Höhle zum Schlafen bietet.

In die Schule kam Bjarki dann nach vier Wochen zum ersten Mal. Bis dahin hatte ich den Kindern zusätzlich zu unseren bestehenden Hunderegeln einige Junghund – Spezial –Regeln erklärt: z.B.

  • das erhöhte Schlaf – und damit verbundene Ruhebedürfnis
  • wie verhalte ich mich, wenn Bjarki an mir hoch springt (wegdrehen – ignorieren, keinesfalls streicheln oder ansprechen – passive Erziehung durch die Kinder)
  • Ordnung halten! Junge Hunde nehmen mit Vorliebe auch unverträgliche Sachen auf und verschlucken sie – also keine Radiergummis, Spitzer etc. auf dem Boden herumliegen lassen.
  • Für die Kinder eher schwer war, dass sie Bjarki nicht aktiv erziehen, indem sie ihn zum Beispiel ausführen.

Zu Beginn waren es nur einen Tag (nicht Montag) in der Woche, mittlerweile sind es zwei bis drei Tage, die er mitgeht und es läuft sehr gut. Die Kinder der vierten Klasse beziehe ich ein wenig in die Erziehung mit ein, indem sie (immer!) unter Anleitung in der Pause gezielte Übungen mit Bjarki durchführen können: einen leichten Slalom gehen, Such - / Apportierspiele mit dem Preydummy, Pfötchen geben…

Bis Bjarki voll einsatzbereit und komplett ausgebildet ist, werden noch ein bis zwei Jahre an Erziehungsarbeit vergehen.


Und das ist er! Comp AscobildIMG 0916 - Bjarki Port .jpg


Bjarki ist ja jetzt seit Jahren unser alter und erfahrener Schulhund. Auch Quendurs Ausbildung ist seit September 2011 abgeschlossen, er bestand zudem diesen Sommer auch die Begleithundeprüfung Stufe 2. Bjarki und Quendur gehen 2-3 mal pro Woche mit in die Schule. Sie werden dort gemäß ihren unterschiedlichen Fähigkeiten eingesetzt. Éowyn wird langsam an ihren zukünftigen Beruf herangeführt und begleitet hin und wieder den souveränen Bjarki in die Klassen und schaut zu, bzw. mach einfache Arbeiten mit.

Mittlerweile besteht das "Einsatzteam" der Grundschule Königstor aus drei Berner Sennenhunden:

Bjarki, Quendur und jüngster Zuwachs Éowyn-Enya.