Team Lehrer-Hund
Soll ein Hund aber wirklich den Lehrer bei seiner Arbeit unterstützen und gezielt Bereiche bei den Schülern fördern, dann müssen Hund und Lehrer ein Team bilden und die Kommunikation zwischen beiden findet überwiegend nonverbal statt.
Die überwiegende Zeit in der Schule geht der Lehrer seinem normalen Unterrichtsgeschehen nach. D. h. seine Aufmerksamkeit muss voll auf den Schülern und der Vermittlung der Unterrichtsinhalte liegen. Die Hundegestützte Pädagogik in der Schule funktioniert nur, wenn eine gute Bindung zwischen Hund und Lehrer besteht! Der Hund orientiert sich automatisch am Lehrer und dieser muss sicher sein, dass es zu keinen gefährlichen Situationen mit den Schülern kommt. Voraussetzung hierfür ist natürlich neben einer guten Bindung ein adäquater Charakter des Schulhundes und eine gute Ausbildung. Die beiden letzten Punkte führen dazu, dass die Freie Interaktion des Hundes in der Klasse viele Prozesse positiv beeinflusst.
Nur wenn der Lehrer souverän im Unterrichtsprozess steht und sicher im Umgang mit seinem Hund ist, kann es zu einer positiven Beeinflussung des Unterrichts kommen. Ohne diese beiden wichtigen Komponenten kommt es zum Stress (Distress) beim Lehrer, der sich sofort auf sein Tier überträgt und fatale Folgen haben kann!!
Zunehmend besteht bei vielen Kollegen mittlerweile auch die Möglichkeit, den Hund gezielter in der Einzel- oder Kleingruppenarbeit einzusetzen. Durch die Teambildung mit dem Hund weiß der Lehrer, wie und bei welchem Klientel dieser ihn effektiv unterstützen kann. Es gibt nicht „den“ perfekten Schulhund!! Wie jeder Lehrer haben auch die Hunde ihre Stärken und Schwächen und müssen dementsprechend eingesetzt werden!! Besonders in der Zielgerichteten Arbeit mit einzelnen Schülern ist eine gute Teamausbildung von Lehrer und Hund wichtig. Die Gelenkte Interaktion mit dem Hund erfordert neben einem guten pädagogischen Grundwissen ein umfangreiches Training für den Hund, damit dieser nicht überfordert wird.
Die Überforderung eines Hundes zeigt sich aber nicht sofort, indem er die Mitarbeit verweigert oder gar knurrt oder beißt! Stresssymptome des Hundes können nur teilweise bei genauem Hinsehen sofort erkannt werden. Häufig äußern sie sich erst nach der Arbeit in der Schule oder gar erst nach längerer Zeit!! Deshalb ist die Teambildung Lehrer-Hund eine wichtige Voraussetzung für eine qualifizierte Arbeit. Schulhunde dürfen nicht „verliehen“ werden und einmal hier und einmal dort eingesetzt werden. Vor allem dürfen sie nicht dem anstrengenden Schulalltag ausgesetzt werden, ohne sich blind auf ihren Rudelführer verlassen zu können!! Dies ist nur gegeben, wenn beide einen großen Teil des Tages gemeinsam verbringen und Übungen tagtäglich unterstützt und ausgebaut werden. Der Lehrer muss auch kleine Stresssymptome seines Hundes erkennen und notwendige Gegenmaßnahmen ergreifen. Klare Signale des Lehrers erhöhen die Stabilität des Hundes und beugen Unsicherheiten im Umgang mit Schülern vor.
Eine einheitliche allgemein anerkannte Ausbildung der Schulhunde gibt es bisher leider noch nicht! Ausbildungsmöglichkeiten werden pauschal für Lehrer, Pädagogen, Sozialpädagogen, Therapeuten, Motopäden… angeboten. Allgemein wird aber mittlerweile fast überall die Ausbildung im Team Mensch-Hund gemacht. Allerdings variieren Kosten und Umfang der Ausbildung bisher sehr stark. Der Fachkreis Schulhunde, der sich ab April 2007 regelmäßig in Kassel trifft, versucht hier auf Dauer Weiterbildungsmöglichkeiten zu schaffen, die speziell für Lehrer und ihre Hunde angeboten werden und nicht gewinnorientiert sind.